Fortschritte auf dem Weg zum Ziel der WHO-Global-Initiative für Kinderkrebs

Eine Studie mit 68 Ländern, welche durch das Forschungsteam CONCORD-4 in England durchgeführt wurde zeigt, dass das WHO Ziel für 2030 (eine 5-Jahres-Überlebensrate von 60 % für alle Kinderkrebserkrankungen) von den meisten Ländern schon heute erreicht oder übertroffen wird. Die Schweiz hatte eines der besten Ergebnisse, auch im Vergleich zu anderen reichen Ländern. Das zeigt, dass das WHO Ziel höher gesteckt werden darf.

Worum geht es?
Forscher haben untersucht, wie gut die Heilungschancen für Kinder mit Krebs weltweit sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 60 % aller erkrankten Kinder weltweit die ersten fünf Jahre nach der Diagnose überleben.

Was wurde gemacht?
Die Wissenschaftler haben die Krankheitsverläufe von über 600.000 Kindern aus 68 verschiedenen Ländern über einen Zeitraum von 30 Jahren (1990 bis 2019) ausgewertet. Sie entwickelten dafür eine Methode (Cancer Survival Index, CSI), mit der man die Heilungschancen in verschiedenen Ländern fair miteinander vergleichen kann, egal welche Krebsart dort besonders häufig vorkommt. Das Schweizer Kinderkrebsregister beteiligte sich an dieser Studie.

Was kam dabei heraus?

  • Gute Nachrichten: In fast allen untersuchten Ländern überleben heute mehr Kinder als früher.
  • Große Unterschiede: In reichen Ländern (wie der Schweiz, Deutschland oder den USA) überleben über 80 % der Kinder. In ärmeren Ländern sind es oft zwischen 50 % und 80 %.
  • Die Schweiz schnitt sehr gut ab: Mit einer 5 Jahres-Überlebensrate von 89.5% hatte sie im letzten Untersuchungszeitraum (2014-19) nach Norwegen (90%) das zweitbeste Ergebnis aller untersuchten Länder.
  • Das WHO-Ziel: Das Ziel der WHO, eine Überlebensrate von 60 % zu erreichen, wurde in vielen der untersuchten Länder bereits jetzt erreicht.

Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Länder das Ziel der WHO für das Jahr 2030 (60 %) bereits überschritten, erreicht oder fast erreicht haben. Das legt nahe, dass das Ziel der WHO nicht ehrgeizig genug ist und höher gesteckt werden soll.

Der wissenschaftlichen Artikel (in English) :

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(26)00189-3/fulltext

Fragen: Claudia Kuehni, claudia.kuehni@unibe.ch