Internationaler Kinderkrebstag 2026

Gemeinsam Zukunft schaffen – Forderungen zum internationalen Kinderkrebstag

Jedes Jahr erkranken in der Schweiz rund 350 Kinder und Jugendliche an Krebs. Vier von fünf Betroffenen überleben ihre Erkrankung. Dennoch bedeutet eine Krebsdiagnose für Kinder und ihre Familien einen tiefen Einschnitt. Der Alltag verändert sich abrupt, Behandlungen sind komplex, der Zugang zu spezialisierten Therapien ist nicht immer einfach und viele Survivors kämpfen oft ein Leben lang mit den Spätfolgen. Trotz wichtiger Fortschritte der letzten Jahre bleibt Kinderkrebs eine der grössten Herausforderungen in der Kindergesundheit.

Zum Internationalen Kinderkrebstag am 15. Februar 2026 fordert Kinderkrebs Schweiz deshalb gezielte politische und strukturelle Weiterentwicklungen, damit betroffene Kinder, Jugendliche und Familien die Unterstützung erhalten, die sie brauchen – heute und in Zukunft.

2. Nachhaltige Förderung der Forschung

Kinder erkranken an anderen Tumorarten als Erwachsene und benötigen daher eigene Forschung und klinische Studien. Da Kinderkrebs selten ist und wenig kommerzielle Anreize bestehen, schreitet die Entwicklung neuer Behandlungen weltweit langsamer voran als in der Erwachsenenonkologie. Die Forschung liegt hauptsächlich bei Kinderspitälern und Universitäten, die nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben.

Kinderkrebs Schweiz setzt sich für eine langfristige Stärkung der Kinderkrebsforschung ein, für bessere Rahmenbedingungen für klinische Studien und für eine klare Priorisierung der pädiatrischen Onkologie in nationalen Forschungsprogrammen. Nur mit gezielter Förderung erhalten Kinder Zugang zu modernen und wirksamen Therapien.

«Kinderkrebsforschung entscheidet darüber, welche Therapien morgen verfügbar sind. Wir brauchen klare politische Prioritäten und bessere Rahmenbedingungen, damit Studien schneller vorankommen und Kinder Zugang zu modernen Behandlungen erhalten.»

Prof. Dr. med. Nicolas von der Weid, Präsident Kinderkrebs Schweiz

2. Nachsorge für Survivors stärken

Während der Behandlung und in der kinderonkologischen Nachsorge sind Kinder und Jugendliche in der Schweiz in der Regel gut betreut. Herausforderungen entstehen vor allem beim Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin.

Internationale Standards für die Langzeitnachsorge sind zwar vorhanden, ihre Umsetzung ist jedoch je nach Behandlungsort unterschiedlich. Es besteht die Gefahr, dass koordinierte Strukturen verloren gehen, insbesondere bei der Verbindung von medizinischer, psychosozialer und beruflicher Begleitung.

Kinderkrebs Schweiz fordert deshalb eine nationale Survivorship-Strategie mit verbindlichen Standards für die Nachsorge.

«Alle Survivors haben Anrecht auf angemessene Begleitung. Schweizweit einheitliche Standards für die Nachsorge sind zentral, damit junge Menschen die Unterstützung erhalten, die sie für Ausbildung, Beruf und psychische Gesundheit brauchen.»

Elena Guarnaccia, CEO Kinderkrebs Schweiz

3. Kindgerechter Zugang zu Therapien für alle

Viele Kinder benötigen spezialisierte Behandlungen, die sich deutlich von jenen Erwachsener unterscheiden oder für Kinder gar nicht offiziell zugelassen sind. Die Vergütung durch die obligatorische Krankenversicherung orientiert sich jedoch häufig an Kriterien aus der Erwachsenenmedizin. Seltene Tumorarten, kleine Patientengruppen und begrenzte Studiendaten erschweren eine realistische Bewertung, was zu verzögerten oder uneinheitlichen Rückerstattungsentscheiden führt. Für viele Familien bedeutet dies Unsicherheit und zusätzlichen Druck während ohnehin herausfordernder Behandlungsphasen.

Kinderkrebs Schweiz setzt sich dafür ein, dass Vergütungsentscheide schweizweit klar, transparent und kindgerecht geregelt sind, dass Bewertungsmodelle pädiatrische Besonderheiten systematisch berücksichtigen und dass Verfahren zur Rückerstattung schneller erfolgen. Ziel ist ein verlässlicher Zugang zu allen notwendigen Therapien, unabhängig davon, wo die Kinder leben oder in welchem Spital sie behandelt werden.

«Kinder brauchen Behandlungen, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet sind. Vergütungsentscheide müssen deshalb schneller, transparenter und kindgerecht erfolgen – unabhängig davon, wo ein Kind lebt.»

Laura Kundert, Public Affairs & Lobbying Kinderkrebs Schweiz

Die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte zeigen, was möglich ist, wenn Politik, Versorgung und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent fortzuführen: Therapien kindgerecht gestalten, Survivors nachhaltig unterstützen und Forschung gezielt fördern. Mit dem neuen Bereich Public Affairs und Lobbying wird Kinderkrebs Schweiz seine politischen Bemühungen im Jahr 2026 weiter ausbauen und die Anliegen von Betroffenen noch stärker in Bundesbern einbringen.

Mehr Informationen unter www.kinderkrebs-schweiz.ch